Studienreise der SchuhmacherInnen-Azubis im Mai 2018

On 25. Juni 2018
Die SchuhmacherInnen-Azubis im Pfälzer Wald

Die SchuhmacherInnen-Azubis im Pfälzer Wald

DSC_0585Nach drei Jahren stand wieder unsere traditionelle Studienreise zu einschlägigen Betrieben in ganz Deutschland an. Erstmalig besuchten wir die Oberledergerberei Hoffmann in Nettetal, die Schuhmanufaktur Zwick und die Schuhfabrik Josef Seibel im Pfälzer Wald. Wieder besuchten wir die Schuhfachschule in Pirmasens, das Prüfungs- und Forschungsinstitut der Deutschen Schuhindustrie, das Deutsche Schuhmuseum in Hauenstein, Seidich Schäftebau in Herne und auch wieder die Traditionsgerberei Rendenbach, wo die Auszubildenden mit Augen und Nase erleben, wie entsteht, womit sie in der Praxis zu tun haben und sich einige um besondere Souvenirs bemühten. S. Foto rechts

Im Folgenden sind einige Eindrücke der Reise in Berichten von den Auszubildenden beschrieben:

Deutsche Schuhfachschule in Pirmasens Die Schuhfachschule ist mit ihrem Ausbildungsprogramm in Deutschland einzigartig und gehört zu den traditionsreichsten Schuhfachschulen der Welt. Hier haben praxiserfahrene Fachkräfte der Schuh-Industrie oder des –Handwerks die Möglichkeit sich eigenverantwortlich und fachlich auf eine Zukunft im Schuhdesign oder im technischen Management vorzubereiten. Im kleinen Kreis (maximal 18 Studenten pro Jahrgang) werden die Studenten mit viel Praxisbezug innerhalb von zwei Jahren zum/zur „Staatl. gepr. Schuhtechniker/-in“, mit einem der beiden wählbaren Schwerpunkten „Betriebstechnik“ oder „Modellgestaltung“, ausgebildet. Nach dem Studium stehen einem weltweit nahezu in allen renommierten Unternehmen der Schuh- und Lederwarenbranche die Türen offen. Die Studenten haben die Möglichkeit an jeglichen Maschinen der Schuhbranche zu arbeiten und damit jeden denkbaren Schuh zu fertigen. Während des Studiums hat man ebenso die Möglichkeit an verschiedenen Wettbewerben teilzunehmen. Es gibt z.B. den Crazy Shoe Award, bei dem man seine Kreativität voll ausleben kann.

Schuhmanufaktur Zwick Die Schuhmanufaktur Zwick war sehr interessant anzusehen, da der Betrieb die handwerkliche und die industrielle Fertigung kombiniert hat. Z.B wie Schäfte von Hand genäht worden sind, oder wie die Zwickmaschine für die Hinterkappe funktioniert. Mit Freude hat uns Herr Zwick uns empfangen und uns durch die einzelnen Abteilungen geführt. Mich hat es gefreut, dass Herr Zwick bereit war uns zu zeigen wie seine Arbeitsschritte für einen flexibel gebauten Schuh sind. Wie ihr selber lesen könnt kann ich nur positive Aspekte aufzählen. Der Besuch bei Zwick hat sich auf jeden fall gelohnt.

Deutsches Schuhmuseum Hauenstein Das Deutsche Schuhmuseum Hauenstein (Museum für Schuhproduktion und Industriegeschichte Hauenstein) ist ein Museum über die Entwicklung der Schuhindustrie in der südwestlichen Pfalz auf einer Fläche von fast 3000 qm und ist weltweit einzigartig. Auf vier Stockwerken wird in einer ehemaligen Schuhfabrik neben technischen Aspekten der Herstellung von Schuhen auch die Sozial- und Alltagsgeschichte dargestellt. Das stimmige Zusammenspiel von Schuhherstellung, Schuhhistorie und Sozialgeschichte weiß zu überzeugen. Durch das Museum führt ein sehr interessanter und umfangreicher Rundgang. Im Erdgeschoss sind die Anfänge der Schuhmanufaktur von 1740 bis 1918 dargestellt, von einer Dampfmaschine bis zu einer Wohnung der Angestellten einer Schuhfabrik. Das oberste Stockwerk beherbergt die über 3000 Paar starke Sammlung historischen Schuhwerks des Viersener Schuhsammlers Ernst Tillmann. Die Präsentation der Zeit- und Sozialgeschichte geht im 2. Obergeschoss für die Jahre 1918 bis 1945 weiter. Hier steht eine noch voll funktionsfähige „moderne“ Schuhfabrik, die täglich in Betrieb genommen wird. Ein Stockwerk tiefer, Zeitraum ab 1945, zeigt das Museum die Auswirkungen des Zweiten Weltkriegs auf die Schuhindustrie und die Art der Schuhe. Der Besucher wird durch eine typische Wohnung der 1960er Jahre geführt und sieht in einem komplett eingerichteten Schuhsalon, wie mit einem Schucoskop mittels Röntgenstrahlen der Sitz der neuen Schuhe geprüft wurde. Ergänzend findet sich im 1. Obergeschoss das größte Schuhpaar der Welt in der Größe 248. Als Abschluss des Rundganges ist die weltweit einzigartige Sammlung von Prominentenschuhen zeitgeschichtlicher Persönlichkeiten mit einigen hundert Exemplaren zu bestaunen

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